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#166 I HealthTech VC Markt in Bewegung I Justus Podlinski, VC better ventures

Thomas Gregor Gawlitta

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In der DMH Podcast Folge #166 sprach Thomas Gregor Gawlitta mit Justus Podlinski.  Justus ist Impact VC beim Business Angel Club better ventures

Justus gibt in diesem Podcast einen Überblick über die aktuelle Investmentlage von HealthTech Startus in Europa. Gleichzeitig zieht er einen Vergleich zu den USA. 

Er bemängelt u.a. den zu geringen Fokus auf Prävention im HealthTech Bereich. Hier sieht es noch viel Potential als VC. 

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SPEAKER_00

Ja, liebe Freundinnen und Freunde von Digital Meets Health. Ich bin's mal wieder Thomas Greburger Blitter hier aus dem Podcast Studio in Berlin. Wir haben heute einen Gast aus Paris im Podcast, den Justus von Betaventures. Aber was ich gleich kurz selber vorstellen. Justus, danke, dass du dir Zeit genommen hast aus dem schönen Paris, hier live zugeschaltet nach Berlin. Thomas, freut mich. Stell dich doch kurz mal vor, wer bist du? Was hast du schon alles gemacht? Und in kurzem Pitch, was macht Better Ventures?

SPEAKER_01

Ja, sehr gerne. Freut mich erstmal hier zu sein, Thomas. Vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Justus, ich bin Impact-Investor und Investment Manager bei Betaventures und gerade unter in der Decke in meinem Wäschraum, also für die bessere Soundqualität, ich hoffe, das Publikum dankt es mir. Ich habe grundsätzlich einen Business-Hintergrund, war aber immer schon eher unternehmerisch getrieben. Ich habe früh während meines Batchers schon eine NGO aufgebaut und so über viele internationale Projekte letztendlich so ein bisschen mein Fable für Impact-Unternehmertum entwickelt und nach der Erfahrung für mich selber festgestellt, okay, ich möchte mit meiner Arbeit meinen persönlichen gesellschaftlichen Impact skalieren können. Und das über viele verschiedene Stationen ausprobiert für mich, von operativen Rollen im Startup bis hin zu Venture Building, Consulting, längere Zeit in der Politik in Brüssel verbracht und dann vor knapp drei Jahren auf die dunkle Seite der Macht gewechselt ins Venture Capital, erst mit einem US-Based VC und dann jetzt seit zwei Jahren für Better Adventures tätig, wo ich letztendlich alle Human-Facing Verticals bei uns verantworte. Verbringen sie ungefähr 80 Prozent meiner Zeit mit Gesundheitsthemen, Manager nebenbei aber noch so ein bisschen AI, Education, Consumer-Themen bei uns. Genau, das ist ganz grob zu mir. Du hast gerade schon zu Better Adventures gefragt. Ich kann direkt weitermachen, wenn du möchtest.

SPEAKER_00

Ja, gerne. Erzähl doch mal so ein bisschen die Feinheiten von Better Ventures. Was macht euch besonders? Ich kenne ja die Tina schon vor ein paar Gesprächen und war mal begeistert. Ihr habt ja ein bisschen einen anderen Ansatz wie ein typischer VC. Erzähl nochmal ein bisschen was das nächste Kästchen.

SPEAKER_01

Ja, sehr, sehr gerne. Also grundsätzlich sieht mein Job eigentlich genauso aus, wie man sich das von einem normalen VC-Job vorstellen würde. Das heißt, von Deal Sourcing bis hin zu Screening, Due Diligence und Closing decken wir alles ab und haben letztendlich im Team über die letzten zwei Jahre damit zehn, hoffentlich bald elf Health Investments gemacht. Das heißt, sie sind super aktiv im Markt. In meinem Kontext speziell heißt es aber auch, dass ich eigentlich den ganzen Tag nur mit Gründerinnen und Gründern spreche und zwar auf beiden Seiten. Und ich glaube, da liegt so ein bisschen die Feinheit von Better Ventures. Die letztendlich erstmal darauf basiert ist, dass wir die führende Allianz an Impact-Unternehmerinnen und Unternehmern in Europa sind. And we that so gebaut haben, weil wir fest daran glauben, dass Impact-Unternehmertum die treibende Kraft ist, um unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen. And this fassen wir letztendlich alles zusammen in einem Wort, and this is for us Operator Capital. And um that's umschreiben let's end up unserem unterstützen Unternehmerinnen und Unternehmer, andere Unternehmer als Angel Investoren, nicht nur mit einem Investment, also mit Kapital, um your business zu skalieren, sondern auch mit Netzwerk, mit Industrieexpertise und auch mit einer gewissen Empathie, die letztendlich Verständnis mitbringt, was es bedeutet, Unternehmerin oder Unternehmer zu sein und wie man die am besten unterstützt. Und kurzum, so transformieren so transformieren VC, Build for Founders, Backball Operators und Powered by Tech. Und das Ganze machen wir seit über fünf Jahren, haben seitdem über 60 Investments gemacht, uns eine wirklich sehr coole und breite Basis an InvestorInnen aufgebaut, über 120 davon, die meisten davon geexitete Unternehmerinnen und Unternehmer, mittlerweile auch größere Family Offices dabei. Und das machen wir hier bei Betaventures.

SPEAKER_00

Nee, sehr schön. Dann, du hast ja erwähnt, ihr habt in 10 Gesundheits- oder Health Tech-Startups investiert und das Elfte steht an. Was ist das Elfte?

SPEAKER_01

Ich weiß nicht, ob ich das schon genau sagen kann, ehrlich gesagt, wir sind gerade noch im League Closing. Es geht in die At-Home-Testing-Richtung tatsächlich. Ein französisches Startup, was den Go-to-Market in Amerika wählt. Super spannendes Thema. Und ich meine, man sieht ja gerade im System auch, wie sich viel hin zu At-Home-Care entwickelt, ob es jetzt irgendwie die Apothekenreform mit Telemedizin ist. Ich denke, dass da auch viel Testing stattfinden wird. Also super spannendes Thema.

SPEAKER_00

Sehr schön. Und erzähl mal noch ein bisschen, du hast ja bisher sehr tief hier an den Gesundheitsmarkt drin. Ich meine, ich merke es ja jetzt durch meine LinkedIn-Aktivitäten, aber auch durch bestimmte Podcasts, ob Startup Insider ist oder Doppelgänger, sind ja alle wie verrückt gerade auf AI-Trip und die Fans. Wie sieht es im Bereich digitale Gesundheit aus? Ist da der Markt gerade boomt der? Ist es eher zurückhaltend? Wie sind die Startups gerade aufgestellt? Gibt es genug Geld für diesen Bereich? Oder fehlen noch sozusagen wirklich die großen Tickets jetzt, meine jetzt nicht die großen AI-Tickets aus Amerika, die können wir ja hier in Europa eh vergessen. Aber können die mithalten mit AI, mit Defense-Bereich aktuell in Europa oder ist es eher noch zurückhaltend?

SPEAKER_01

Boah, da sind viele Fragen drin. Ich versuche mal den Anfang zu machen. Defense schauen wir uns generell nicht an. Das ist nicht Teil unserer Impact-Definition, die orientiert sich an den Social Development Goals der UN. Das heißt, das ist kein Bereich, den wir uns anschauen. Ich glaube, die zweite Frage, die so ein bisschen mit drin war, war so Europa versus Amerika und vor allen Dingen im AI-Kontext. Letztendlich muss man ganz ehrlich sagen, also vielleicht erstmal abgesendet, wir bei Better Mentors und ich auch persönlich, wir sind sehr Europabullisch. Okay. Wir sehen ganz viel Innovationskraft, die hier passiert. Aber es gibt natürlich gleichzeitig auch viele Probleme, die wir mit Innovationen angehen müssen. Und ganz ehrlich, seit 2020 sind über 20 Milliarden Euro hier in den europäischen Digital Health Markt geflossen. Deutschland ist der drittgrößte Gesundheitsmarkt der Welt. Das heißt, hier liegen viele Opportunitäten und es wird auch viel investiert. Und das Schöne daran ist, dass wir am europäischen Standort letztendlich eine sehr breite Innovationswelle haben, würde ich sagen. Also das geht wirklich von Life Science bis hin zu Digital Health in ganz viele verschiedene Richtungen. Und das ist auch für den Standort an sich und für den Investor für uns natürlich super spannend, sich anzuschauen. Gleichzeitig muss man ganz ehrlich dazu sagen, das System, so wie es heute läuft, können wir ohne AI-Implementierung und ohne große Innovierung nicht weiter so abdecken. Wir sind super reaktiv aufgestellt in Europa. Wir haben fast keine präventiven Ansätze in unserem Gesundheitssystem und damit auch sehr kapital- und personalintensiv aufgebaut. Und mit dem demografischen Wandel, der dazukommt, wird das in der Zukunft nicht finanzierbar sein. Das heißt, wir müssen da ganz dringend innovieren, um das System effizienter, präventiver und skalierbarer aufzubauen. Weil ich meine, ältere Menschen kosten das gesunde System einfach dreimal so viel wie jüngere. Und wir haben jetzt einen GGV-Beitrag von 15 Prozent. Wenn du Studien glaubst, die da draußen kursieren, dann wird das irgendwann bei 30 Prozent liegen, wenn wir so weitermachen. Und dann tatsächlich Wahnsinn. Und dann sind wir nicht nur an einem Punkt, wo das System an sich nicht mehr funktioniert, sondern wo wir uns auch irgendwie soziale Fragen stellen können. Und ich glaube, da sollten wir nicht hinkommen. Und letztendlich liegt genau da der Hebel. Vor allen Dingen der Hebel, den AI, glaube ich, haben kann. Und da müssen wir ansetzen. Ich glaube, du hattest schon mit Marius von D-Heiß mal gesprochen, kann das sein?

SPEAKER_00

Genau, genau, genau, genau, genau, genau.

SPEAKER_01

Ja, genau. Also D-Hays, vielleicht ganz kurze Einordnung, benutzt genau diese Daten, die aus dem Gesundheitssystem kommen, um das ganze Healthcare-System präventiver aufzubauen. Und das sind Ansätze, die wir letztendlich folgen müssen, um unser Versorgungssystem anders aufzubauen und gleichzeitig auch mit der höheren Skalierung von Cases, die wir irgendwann bearbeiten müssen und der gleichen, vielleicht sogar weniger Anzahl an Menschen, die das leisten, als Ärztinnen und als Pflegekräfte, trotzdem qualitativ gut abdecken zu können. Das heißt, wir brauchen digitale Prozesse, die Datenethik entheben, nicht nur an der Oberfläche, sondern auch letztendlich tief ins System rein, damit sich auch Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräfte wieder auf die Patienten fokussieren können, was heute schon fast gar nicht mehr möglich ist und immer schwieriger wird.

SPEAKER_00

Ja, du hast schon einen wichtigen Punkt angesprochen, Prävention. Und dazu bedarf es ja auch guter Modelle und du hast ja AI oder KI schon erwähnt, eben sozusagen, die wirklich auf Datenbasis von Kliniken, von Ärzten zurückgreifen. Und da habe ich auch mit ein paar Startups schon im Podcast gesprochen, die genau das eben angehen. Wie kann man den Datenschatz, der in Kliniken sozusagen in ihren Patientendaten liegt, wie kann man denen nutzen, um wirklich Modelle zu trainieren, um präventiv zum Beispiel wie die Haze chronische Krankheiten zu erforschen, zu besiegen oder wirklich zu unterstützen, auch die Ärzte damit? Und da ist ja schon ein Problem, sozusagen den ganzen AI-Act und DSVK und Forum, Daten, dass man relativ schwer an die Daten in Klinik kommt. Hast du da eine Lösung, wie man sowas angehen könnte?

SPEAKER_01

Ja, Thomas, du triffst den Nagel auf den Kopf und das vor allem im Kontext von D-Hails, vielleicht um da nochmal tiefer einzusteigen, nur weil das jetzt irgendwie ein gutes Beispiel ist. Marius und das Team fokussieren sich jetzt tatsächlich erstmal auf den brasilianischen Markt als Naturmarket, weil man da einfach schnell mehr Daten heben, mehr Daten heben kann und letztendlich dieses GVO-mäßig auch nicht so groß eingeschränkt ist. Letztendlich muss man ganz ehrlich sagen, aus Investorensicht sieht man solche Cases meistens als Landgrab. Das heißt, der schnellste gewinnt und letztendlich auch der mit dem besten Produkt. Und das kann man im AI-Space nur erreichen, wenn man sehr schnell sehr viele Daten sammelt, um dein Produkt letztendlich qualitativ hochwertiger zu machen. Und da geht es natürlich darum, so schnell wie möglich die besten Datenquellen zu heben. Im deutschen Kontext, die meisten Stups, die wir vor allem in der Preceed-Phase sehen, die im AI-Space unterwegs sind, sammeln die Daten entweder selber ein oder machen das durch Universitäten, das heißt Partnerschaften. Die meisten davon haben schon irgendwie seit fünf Jahren an dem Projekt gearbeitet, halt im Unikontext, und spinnen dann letztendlich das Produkt aus mit einer Datenbasis, die sie davor erhoben haben. Dass wir aber an einen Punkt kommen, wo deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer ins Ausland gehen müssen, um bessere Daten einzusammeln, ist eigentlich unsinnig, weil das nicht nur letztendlich unseren Wirtschaftsstand uns schwächt, sondern auch unsere Versorgung. Also das, was D-Haz für die Patienten machen könnte, könnten sie auch in Deutschland machen.

SPEAKER_00

Du hast ja erwähnt, die Haze, die starten ja in Brasilien und was ich im Podcast noch mitgenommen habe, es liegt auch am Krankenkassensystem eben. In Brasilien gibt es eben nur eine große Krankenkasse. In Deutschland haben wir ja, ich habe mit einer Apothekerin gesprochen, sie hat eine Zahl von 80 bis 90 genannt, Krankenkassen. Es ist ja auch schwierig, über da auch Finanzierung zu bekommen. Und wir reden ja auch über Finanzierung sozusagen, es gibt ja Fördermittel sozusagen von der KfW-Bank und so weiter, die auch zum Beispiel auch Praxisgründungen unterstützen, die die Digitalisierung machen, aber auch eben Krankenkassen eben. Und das ist sozusagen so ein Problem auch der Finanzierung. Das hatten wir ja jetzt, die Gesetzgebung will ja institutionelle Investoren mit reinbringen in das Boot, um wirklich auch in Startups zu investieren. Müsste bei Digital Health, du hast das schon angesprochen, ihr habt ja Business Angels, die ja geexited haben in dem Bereich, müsste da mehr Geld staatlich fließen, was ja wirklich das Gesundheitssystem ja stärkt, oder sagst du, nein, das muss privat finanziert werden?

SPEAKER_01

Wir brauchen beides. In Frankreich sieht man das ganz gut. Hier gibt es nicht so einen Flickenteppich, wie es den in Deutschland gibt. Hier hat man letztendlich ein Pecon-System, da kommt man als Digital Health Startup mit einer Zulassung direkt in den ganzen Markt rein. Trotzdem muss man ganz ehrlich sagen, wir wollen uns natürlich international vergleichen. Also wir konkurrieren nicht innerhalb von Europa, sondern wir müssen uns eigentlich an den großen Playern da draußen messen und dann kommt man zwingend am meisten zu den USA. Und da hast du ein ganz anderes Gesundheitssystem, wo du letztendlich mit einem, mit einer Zulassung, obwohl jetzt durch die FDA gerade nicht so super einfach ist und auch nicht so super planbar ist, in den ganzen Markt rein und der ist riesig. Und dann hast du natürlich nochmal ein anderes System, wo die Willings to pay viel höher ist, wo die Preise auch viel höher sind. Und das sind die Player, mit denen wir uns messen müssen, auch in Later Stages von Startups. Und dementsprechend brauchen wir da sowohl privates Kapital als auch staatliches Kapital und zwar gebündelt.

SPEAKER_00

Und du hast ein Thema angesprochen schon, dass eben die Startups schon irgendwie fünf Jahre oder mehr an Universitäten geforscht haben und auf den Daten aufbauen, brauchen wir einen besseren Transfer von Universitäten, von Forschungseinrichtungen in Richtung Ausgründung und dann wirklich sozusagen auch, und nicht nur im Kämmerchen, wie der Akademiker so sagt, vor sich hinforschen, sondern wirklich da nochmal einen Push geben, dass die wirklich ausgründen, weil die haben die Daten, die haben das Know-how. Und wie sieht es da in Deutschland aus? Sind wir da gut aufgestellt oder ist es eher wirklich das Typische, man forscht und man gründet nicht aus?

SPEAKER_01

Ja, ganz wichtiger Punkt, Thomas. Sprichst du ein Thema an, womit wir uns momentan auch viel auseinandersetzen und wo letztendlich auch zum Glück ein bisschen mehr passiert mittlerweile, auch im deutschen System, habe ich das Gefühl. Das sind diese Innovationscluster. Ich meine, wir sind Munich-based, wir sind super gut vernetzt mit der Unternehmertum. Das ist das erste Cluster, was wir in Deutschland gesehen haben, die wirklich diese Transferleistung zwischen akademischer Arbeit und Unternehmertum wirklich so geschlagen haben. Und da gehört aber auch viel dazu. Das kann nicht nur irgendwie ein Systemwechsel sein, von wegen, die Ausgründung ist jetzt einfacher für dich, sondern das ist auch ein Educational-Prozess und da muss viel drumherum gebaut werden. Und ich glaube, das ist langfristig auch der Weg, wie wir noch mehr Gründertum in Deutsch und Europa fördern können. Ich meine, es gibt verschiedene Innovationsprojekte, die jetzt auch in Berlin dahingehend starten. Wir haben immer noch die großen Max-Panks-Institute, wir haben immer noch die Frauenhof-Institute, die da viele Transferleistungen tätigen. Aber letztendlich geht es da auch viel um Entbürokratisierung, muss man ganz ehrlich sagen. Und der Weg muss einfach geebnet werden.

SPEAKER_00

Nee, stimme ich jetzt zu. Und Unternehmertum ist ein gutes Beispiel, die beobachte ich schon seit seit seit Ewigkeiten. Ich kenne auch den Gründer sehr gut sozusagen als guter Freund geworden aus München und der hat es wirklich gut aufgebaut. Man muss aber dazu sagen, die haben auch eine starke Investorin mit Frau Klatten sozusagen, die wirklich sozusagen voll dahinter steht und auch wirklich auch finanziell gut aufgestellt ist und das wirklich gepusht hat eben. Und das ist ja bei vielen Universitäten sozusagen nicht dort eben, ja, dass sozusagen, ich kenne es ja aus Berlin hier, da wird ein Gebäude hingestellt und gesagt, hier hast du ein Gebäude und hier hast du Access-Programm, das war es eben. Das ist das nicht das, was man braucht, um wirklich die großen Unicorns und große globale Halftags-Startups aufzubauen. Ja, und sag mal nochmal kurz aus eurem Portfolio, du kennst ja die Gründerinnen und Gründer sehr gut. Was ist so der typische Half-Tech-Gründer? Ist das ein Bewähler? Ist das ein Arzt? Ist das ein Forscher? Kann man das einordnen? Weil das würde mich sehr interessieren, sozusagen, ob da wirklich auch Ärztinnen, Ärzte, ich habe sozusagen eine Ex-Ärztin, die jetzt gegründet hat. Und das fand ich ganz spannend, sozusagen, weil die ja in der Lehre oder in ihrer Ausbildung ja wirklich mit Gründungen wenig zu tun haben bis jetzt in der akademischen Ausgründung oder in der akademischen Ausbildung eben. Was ist denn bei euch im Portfolio so die typischen Gründerinnen und Gründer?

SPEAKER_01

Ja. Ganz wichtiges Thema, wir sind ja vor allen Dingen Preceed- und Seed-Investoren und fokussieren uns deswegen ganz groß aufs Team. Also das Team ist die Hauptsache, die wir uns jetzt vorher anschauen. Das machen wir auch ganz spezif tatsächlich bei uns, mit einer speziellen Form von Personality Assessment, wo wir vor allen Dingen darauf gucken, wie komplementär das Team zueinander steht. Okay. Um deine Frage zu beantworten. Wir haben in den meisten Teams Menschen mit medizinischen Hintergründen dabei. Ob es jetzt ein Evil Health ist, wo du die Valerie als Gründerin mit dabei hast, ob es ein Symptropic ist, wo du medizinische Forscher mit dabei hast. Da hast du Menschen drin, die dem System einfach irgendwie näher sind und da auch ein größeres Verständnis mitbringen. Das ist ein System, was von außen auch ja erstmal super schwer zu verstehen ist. Also da muss man auch erstmal Lust haben, sich da sich darauf einzulassen. Und gleichzeitig suchen wir, wenn es unsere Teams angeht, letztendlich darum, dass wir Leute haben, die dieses Verständnis mitbringen, auch für Patienten und wie man das System besser gestalten kann, aber auch gleichzeitig im Verbund mit Leuten, die Business verstehen, die vielleicht Marketing verstehen, die Operations verstehen. Das heißt, wir wollen letztendlich ein operatives Team haben, was komplementär zueinander steht und verschiedene Skillsets abdeckt. Und das muss nicht immer ein medizinisches Team sein. Wir haben jetzt gerade in Tukura investiert, announced, glaube ich, vor zwei Wochen oder so. Ein Team aus Berlin, die kamen beide aus hohen Positionen bei Taxfix und haben keinen medizinischen Hintergrund. Aber wir spüren schon bei den meisten Health-Teams oder bei allen Health-Teams eigentlich einen gewissen Drive dahin, das System besser zu machen. Und das braucht man auch, weil es gibt, glaube ich, einfache Gründungen als in der Health-Gründung, ehrlich gesagt.

SPEAKER_00

Ja, spannendes Thema. Und deswegen habe ich auch mit ein paar Universitäten gesprochen. Wir haben auch bei Digital Meet Health auch zum Beispiel mit der Uni St. Gallen mit der Metz School eine Kooperation. Und da werden wir in den nächsten Wochen, Monaten viel darüber berichten, was die forschen, weil die bilden ja Ärzte aus und St. Gallen ist ja bekannt als gute Bewähler-Uni. Und die wollen sozusagen die Ärzte auch zu Gründerinnen und Gründern machen. Und das ist eben ganz spannend. An der Unternehmertummoderne Turm gibt es ja auch eine Metzschool sozusagen, die sind ja auch ganz fit in dem Bereich. Und das sollte es mehr geben eben. Weil wirklich sozusagen, wie du schon gesagt hast, komplementäre Teams sind wirklich wichtig in allen Bereichen, nicht nur im Health-Tech-Bereich, sondern wirklich sozusagen, und vor allem in Pre-Seed-Seed oder noch früheren Phasen, wo sozusagen noch gar nichts steht, vielleicht noch nicht mal Prototypen oder nur vielleicht ein paar Kooperationen, zählt das Team eben. In der Later Stage ist es was anderes, da brauche ich Traction, ja, dann ist das Team auch wichtig, aber da ist die Traction wichtiger. Und aber ihr seid ja Pre-Seed-Seed, sozusagen, da sehe ich genauso, da muss man in People investieren und nicht ganz in Tech eben.

SPEAKER_01

Darf ich da noch eine Sache hinzufügen, Thomas? Weil das ist ein super wichtiger Punkt. Genau das gleiche brauchen wir auch auf der Investorenseite. Das ist ja so ein bisschen unsere Grundlage, auf der wir aufbauen bei Better Ventures. Wir brauchen bessere Investoren, die auch operativ verstehen, was passiert und die wirklich mithelfen können. Und das machen wir mit Unternehmerinnen und Unternehmern. Wenn wir über Health Tech-Investments sprechen, brauchen wir auch Investoren, die Health verstehen. Wir brauchen auch Ärzte, die Health verstehen. Mir kommt jetzt zum Beispiel Lukas von E-Capital in den Kopf, der auch Arzt ist. Es gibt verschiedene Leute in dem Space, die so einen Hintergrund haben. Aber wenn wir über Gründerinnen und Gründer sprechen, müssen wir auch immer über Investorinnen und Investoren sprechen und müssen wir immer darüber sprechen, dass wir da auch zu einem Punkt kommen, wo Investoren mehr beitragen können. Und das ist ganz wichtig.

SPEAKER_00

Nee, spannender Punkt eben. Deswegen sozusagen müsst ihr auch gucken, sozusagen bei euren Business Angels, aus welchem Bereich die kommen und Smart Money mitbringen eben. Wirklich gesagt, nicht nur Cash oder sozusagen oder andere Arten von Geld, sondern wirklich sozusagen auch das Know-how eben, weil sie verstehen das Thema und wollen auch sozusagen, oder man muss es verstehen. Weil ich meine, ich habe vorhin mit jemandem gesprochen, der seit Jahrzehnten in Kliniken-IT gemacht hat, jetzt bei einer Firma in der Schweiz, die Krankenhäuser berät, der weiß, was da schief geht eben. Einfach man nie in der Klinik gearbeitet hat, sondern einfach sozusagen als Patient da war, kennt man nicht die Strukturen, die sind einfach sehr bürokratisch. Das ist nicht wie eine Startup oder wie ein Konzern sozusagen. Das sind ganz andere Prozesse eben. Und das ist sozusagen das Verständnis dafür. Und ich habe immer in dem Podcast jetzt gelernt, man ist ja heute schon der 165. Dass Ärztinnen und Ärzte von Ärzte und Ärzte kaufen eben. Das ist sozusagen so eine eigentisch gemeinschaft. Wenn man Vertrieb macht. Und du wirst selber bestimmt bestätigen, Vertrieb ist ja ein wichtiger Bereich bei Startups. Ich muss ja das Produkt an den Mann bringen. Vor allem wenn ich B2B mache, is it sozusagen nochmal schwieriger als B2C. B2C kann ich ja nochmal Werbung schalten. Bei B2B ist es Ärztewerbung eben schwierig eben. Und noch Kliniken zu erreichen, noch schwieriger eben. Aber zum Schluss, Justus, wie können wir euch helfen? Welche Startups von Typen sucht ihr gerade? Du hast schon Prävention angesprochen, das wichtiges Thema ist. Wo liegt euer Schwerpunkt gerade als Investmentthese?

SPEAKER_01

Ja, generell sind wir super breit aufgestellt. Also ich repräsentiere hier zwar Health, aber bei Better Ventures investieren wir grundsätzlich in alle Impact-Themen, die die Social Development uns angehen. Und das reicht von Gesundheit bis hin zu Energy, Circularity-Themen, auch AI-Themen schauen wir uns momentan viel an. Das heißt, da ist man ein grober Aufruf. Und ich glaube letztendlich, um das Ganze mal ein bisschen breiter aufzumachen, geht es uns darum, Europa digital wieder nach vorne zu bringen und an unserem Standort wirklich mit Innovation was Gutes für die Gesellschaft und für die Welt zu tun und auch für unsere Umwelt. Und wenn Gründerinnen und Gründer genau daran arbeiten in diese Zukunft und die heute bauen, dann sollen sie sich bitte liebend gerne bei euch melden. Und genau das gleiche gilt für Menschen, die mit Operator Capital dazu beisteuern wollen. Da freuen wir uns sehr.

SPEAKER_00

Justus, ich danke dir sehr für das sehr spannende Gespräch. Wir haben wirklich mal Einblicke gesehen in Better Ventures und in Health Tech. Sehr spannend und man kann wirklich einiges davon lernen. Ich fand auf jeden Fall den Punkt ganz spannend, dass eben sozusagen die Investoren sozusagen auch einen Teil dazu beitragen müssen, nicht nur Geld. Weil dann entsteht, wir sozusagen wirklich aus 1 plus 1 nicht 2, sondern 3. Und das ist ein sehr wichtiger Punkt eben. Dann eben auch Aufrufe auf Ärztinnen und Ärzte wirklich sich daran zu beteiligen, die wirklich das Know-how haben aus Kliniken. Fände ich sehr spannend. Also Justus, vielen Dank. Viel Spaß noch in Paris und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

SPEAKER_01

Thomas, danke. Ciao, ciao.