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#154 I HealthTech Insider Podcast I Dr. Vera Rödel, Founder und CEO Prof. Valmed

Thomas Gregor Gawlitta

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Heute sprach Thomas mit Dr. Vera Rödel. Vera ist Gründerin und CEO des HealthTech Startups Prof. Valmed

Prof. Valmed ist der erste medizinische Co-Pilot, dem man vertrauen kann. CE-zertifiziert nach Klasse 2b für Präzision und Zuverlässigkeit.


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SPEAKER_01

Ja, liebe Life Science Insider, Freundinnen und Freunde, ich bin es mal wieder, Thomas hier im Podcast Studio in Berlin. Wir haben heute schon sogar die Folge 154 Wahnsinn. Wir kriegen noch dieses Jahr hoffentlich die 200 zusammen. Wir haben heute eine sehr spannende Gästin hier bei uns im Podcast, die Vera. Sie wird sich aber gleich selber kurz vorstellen, wer sie ist, woher sie kommt und vor allem auch, was ihre Firma so tut. Vera, ich übergebe an dich, bitteschön.

SPEAKER_00

Vielen Dank, Thomas. Ich freue mich sehr hier zu sein und möchte heute Professor Wallmet, unser Unternehmen, vorstellen. Und Professor Wallmet, um es kurz zu machen, wir sind das erste CE Klasse 2B zertifizierte LLM, also auf einem LLM-basierte Clinical Decision Support System, also ein Therapie- und Diagnose-Erleichterungstool für Ärzte und für medizinisches Fachpersonal. Und wir sehen uns als regulierte, validierte und integrierbare Schicht in den klinischen Alltag, also in den klinischen Workflow.

SPEAKER_01

Und was machst du dort?

SPEAKER_00

Ich bin die Geschäftsführerin, ich bin vom Hintergrund der Rechtsanwältin und habe vor drei Jahren zusammen mit dem Heinz Windl, der leitet die Neurologie in Freiburg und ist Universitätsprofessor Professor Wall mit gegründet.

SPEAKER_01

Ah, sehr spannend. Und wie bist du von Jura zu Medizin gekommen? Hast du schon mal eine Passion für das Thema gehabt oder war es ganz zufällig?

SPEAKER_00

Ja, absolut. Also ich komme, obwohl ich Juristin bin, ich komme aus der Pharmaindustrie und habe mich relativ früh mich entschieden, noch einen Master in Medizin zu machen, um eben mit den Medizinern und Ärzten auf Augenhöhe kommunizieren zu können. Und dann war ich eben dem Gesundheitswesen schon sehr nah und dann haben Heinz Windl und ich uns zusammengeschlossen und gesehen, naja, im Gesundheitswesen ist es wie im Rechtswesen. Da existiert eine enorme Informationsflut, wie auch bei den Juristen. Bei den Juristen sind wir schon einen Schritt weiter, wenn ich das als Anwältin so sagen darf. Und wir haben schon solche Tools. Und die Juristen sind es mittlerweile, würde ich sogar sagen, gewohnt, einen Co-Piloten zu haben, der ihnen hilft. Die Ärzte können mit dieser Informationsflut kaum umgehen. Sie haben erheblichen Zeitdruck. Und deshalb werden ja, und darüber lesen wir ja alle, oft Schatten-KI wird genutzt.

SPEAKER_01

Genau.

SPEAKER_00

Nichtsdrotz der Verbote, die sind unreguliert, halluzinieren und erzeugen ja oft auch Haftungs- und Compliance-Risiken und dennoch mangels Alternative werden sie genutzt. Und dafür ist eben jetzt Professor Wall mit da.

SPEAKER_01

Sehr schön. Im juristischen Bereich ist Allegora ganz bekannt eben auch hochfinanziert. Und und Harvey, die beiden sozusagen, da ist schon viel Bewegung. Aber ich merke jetzt auch in den ganzen Gesprächen, auch im Gesundheitsbereich, es geht vorwärts eben. Wirklich auch, ob es Kliniken sind, Ärzte oder auch Expertinnen, Experten sozusagen, KI, aber auch andere Tools kommen langsam in Gang. Und auch die EU-Beregung deutet darauf hin, dass es ein bisschen geöffnet wird. Ich meine, Open Evidence wurde ja quasi, ist ja das bekannteste LLM in Amerika, wurde ja leider in der EU und UK gesperrt, weil sie Angst haben, wegen der europäischen Regelung sozusagen da auch ein bisschen Probleme zu bekommen. Was macht die anderes mit euren LLM? Habt ihr das selber trainiert? Basiert das auf einer anderen Technologie? Wie funktioniert euer Landwirtschaft?

SPEAKER_00

Wir können natürlich und würden auch nicht sagen, leider, weil man, wir haben natürlich ein ganz anderes Geschäftsmodell als Open Evidence, die ja die Verschreibungsdaten der Ärzte erfassen und auch natürlich kommerzialisieren. Wir erfassen die nicht. Also unsere Lösung ist das erste und einzige Medizinprodukt der Klasse 2B, wie gesagt, wir haben eine human kuratierte Datenbank mit 2,5 Millionen Dokumenten. Wir haben eine REC-basierte geschlossene Wissensarchitektur. Das heißt, das Ergebnis Professor Wall mit fußt immer auf dieser geschlossenen Datenbank. Damit haben wir eine Halluzinationsrate, einen Sicherheitsindex von 0,26 Prozent. Und das ist natürlich für uns der erhebliche Unterschied. Und wenn man sich jetzt Open Evidence anschaut oder andere Tools, der unser erheblicher Unterschied ist, dadurch, dass wir zertifiziert sind, haben wir diesen Audit Trail und die Erklärbarkeit. Man kann genau verstehen, worauf die Therapie- und Diagnoseentscheidung basiert. Wir nutzen das LLM also nur für die konversationale Power. Deshalb müssen wir es gar nicht trainieren, weil wir eben ausschließlich unsere medizinische Datenbank nutzen. Und damit konnten wir eben jetzt diese Workflow-Integration auch erreichen, die wir bei anderen ja noch nicht sehen. Also wir sind jetzt beispielsweise in Medatics integriert, in die Deutsche Telekom, in SAP. Wir haben jetzt eine große Kooperation mit MICU, das ist der KISS-Anbieter und ein großer Anbieter am Uniklinikum Freiburg, wo wir in allen Fachbereichen jetzt wirklich im klinischen Workflow sind, sogar in der Notaufnahme. Und das, glaube ich, macht den erheblichen Unterschied, wenn die Daten des Patienten und gewisse Parameter schon vorher ans Tool übergeben werden, kann die Therapie und Diagnoseentscheidung auf Basis dessen getroffen werden. Und das schafft dann wirklich die Zeitersparnis.

SPEAKER_01

Okay, sehr spannende Telekom, ein bisschen Werbung zu machen. Telekom ist auch Partner von Lifestyle Insider, die sind ja sehr aktiv und wollen ja auch die Patientenakte herausbringen, sozusagen als Konkurrenzprodukt zur staatlichen. Da bin ich mal gespannt, da habe ich den Gast Ende des Monats im Podcast, vielleicht schon mehr zu erfahren, was die EPA macht von der Telekom. Da bin ich selber gespannt, die haben es auf der DMEA ja angekündigt und wurde ein bisschen still gerade, weil die sind, glaube ich, im Zertifizierungsprozess. Ihr habt es ja schon durchlaufen, ihr seid schon zertifiziert. Die Telekom hat es noch vor sich mit der elektronischen Patientenakte. Aber man merkt sozusagen die großen Player, nicht nur in Deutschland, sozusagen SAP, Telekom, aber auch andere, die Schwarzgruppe mit Schwarzdigits in Amerika, die großen Player jetzt Google, Google Health, aber auch Microsoft, OpenAI, alle drängen den Gesundheitsmarkt eben. Und da ist die Frage sozusagen, wie weit sozusagen die großen, die kleinen und die vertikalisierten Spezialisten, wie ihr seid eben. Ich glaube, ihr habt eine bessere Möglichkeit, wirklich in den Markt zu kommen, weil auch die Kliniken, auch die Ärzte, die achten schon sehr stark drauf, auch wo es gehostet wird und was dahinter steckt eben.

SPEAKER_00

Genau, und das ist unser Argument. Also wir sind wirklich diese integrierbare KI-Schicht, so kann man es nennen, für die medizinische Entscheidungsfindung. Wir können in jedes KIS-PVS-System, was eben im Klinikum oder im niedergelassenen Bereich gerade genutzt wird, integriert werden und eben um diese Therapie- und Diagnoseerleichterung ergänzt werden. Sodass wir nicht ersetzen, sondern nur ergänzen und verbessern.

SPEAKER_01

Sehr schön. Sag mal ein bisschen ein paar Grunddaten zu euch. Wie viele Leute seid ihr? Wo sitzt ihr? Wie seid ihr finanziert, so ein bisschen um Gefühl zu kriegen für euch als Startup oder als Unternehmen?

SPEAKER_00

Gerne. Also wir sind, die Founder sind eben wir, Heinz Windl und ich. Und wir haben mittlerweile zehn Mitarbeiter. Wir sitzen in Langen in Hessen und sind immer noch bootstrapped.

SPEAKER_01

Okay, spannend.

SPEAKER_00

Konnten eben die letzten drei Jahre, also wir bestehen ja seit drei Jahren, durch Sponsoring etc., auch durch eine große Unterstützung der Pharmaindustrie, obwohl wir kein Bias haben erreichen, weil wir natürlich für den Research der Pharmaunternehmen, konnte Professor Wall mit nicht als Therapie- und Diagnoseentscheidungstool, aber für die Medical Education schon viel länger verwendet werden, weil man dafür ja die Zulassung nicht braucht. Und so haben wir mit allen großen Pharmaunternehmen eben zu Beginn Kooperationen geschlossen und konnten so den erheblichen, steinigen Weg der Zulassung auch gehen, weil der natürlich sehr, sehr teuer ist.

SPEAKER_01

Aber ihr seid zertifiziert, aber ihr braucht ja nicht, ihr seid ja keine Digger. Digitale Gesellschaftsanwendung seid ihr ja gar nicht. Das ist ja eher B2C. Vor allem, ihr seid ja B2B. Ihr seid ja B2B, das ist ja nicht.

SPEAKER_00

Wir treten auch an die Einzelärzte nicht heran. Wir haben auch Einzelnutzer natürlich, aber wir sehen unseren Mehrwert wirklich in der Integration, in den Workflow, weil da die wirkliche Zeitersparnis sich natürlich auch vorstellen kann, wenn du jetzt zum Arzt kommst und über Kopfschmerz klagst und der Arzt das in Wall mit eingibt, kommt eine Therapie und Diagnoseentscheidung für Kopfschmerz etc. Wenn aber dem Tool, was wir eben über die Integration erreichen, deine Vitalparameter, deine Historie, deine Patientenakt und alles bekannt ist, ist natürlich die Therapie- und Diagnoseentscheidung eine ganz andere.

SPEAKER_01

Ja, ja, ja, ja. Also eure Zielgruppe sind eher die KIS-Anbieter, sowas wie auch SAP Telekom oder auch die Kliniken direkt.

SPEAKER_00

Beides. Aber in den Kliniken direkt gibt es ja meist bereits Systeme, wie I Made One von der Telekom oder wir haben jetzt eine große Kooperation mit Recare bekannt gegeben. Das sind die Kunden, mit denen wir zusammenarbeiten und auch zusammenarbeiten wollen. Der einzelne Arzt hat ja auch ein PvS-System und mit diesem, in dieses können wir uns eben wieder integrieren.

SPEAKER_01

Okay, quasi seid sozusagen einfach ein neuer Layer für die Systeme, auf die dann sozusagen die Ärzte über ihre Standard, ich sag's mal, Software zugreifen können, was ja auch sehr spannend ist. Ist ja sehr spannend für euch für den Vertrieb eben. Ihr müsst nicht irgendwie einzeln an alle Kliniken, an alle Ärzte herantreten. Es ist langwierig, teuer und schwierig, ja. Wie erreiche ich einen Arzt? Ja, per LinkedIn nicht, ja, per Telefon erst recht nicht, per E-Mail schwierig, ja. Und deswegen sozusagen ist es ganz spannend, über diese Player zu gehen, die ja schon Kontakte oder schon Verträge haben.

SPEAKER_00

Genau, deshalb können wir auch so klein sein, sonst könnten wir das wahrscheinlich nicht. Wir haben zehn Mitarbeiter und natürlich ein ausgelagertes Tech-Team. Hier arbeiten wir mit Istec zusammen und das klappt auch sehr, sehr gut, weil wir eben keinen Vertrieb machen und den Vertrieb dann über unsere Partner gestalten, auch eben im Ausland. Wir haben jetzt den Fokus auf Deutschland gelegt und wir sind aber auch schon in anderen europäischen Ländern vertrieben und sind jetzt gerade in der Zulassung in der Türkei. Ah, okay. Die Zulassung in Marokko erhalten und sind so eben dabei zu skalieren.

SPEAKER_01

Es ist ganz spannend. Ich beschäftige mich ja sehr stark auch mit der VC-Szene, mit der Start-up-Szene. Und die VCs kriegen gerade Probleme, dass sie ihr Geld nicht loswerden, weil immer mehr Startups gar nicht VC-Geld haben wollen, weil sie ein kleines Team sind. Und in Zusammenarbeit mit KI, ja, ihr nutzt ja bestimmt auch KI für innerhalb Prozesse, braucht man keine wie früher Tausende, 100, 500 Mitarbeiter, weil sozusagen Tech kann man ausgliedern, Vertrieb kann man ausgliedern an die KI und das ist eine ganz neue Situation eben. Deswegen sozusagen sind zehn Leute nicht groß, nicht klein, sondern in der aktuellen Phase ist es vollkommen ausreichend, wenn ihr soweit schon gegangen seid und so weit gekommen seid, zu sagen, mein Team ist ja Wahnsinn eben. Dann seid ihr, die Gesellschafter bootstrappt, habt noch die Anteile. Und wenn ihr dann irgendwann sozusagen die Milliarde knackt, sozusagen, habt ihr selber die Milliarde und nicht die VCs, die Anteile schon abgegeben, ungefähr Prozent.

SPEAKER_00

Ja, das ist natürlich eine Sache, aber man muss auch sagen, die Agilität ist natürlich eine ganz andere ohne VC. Wir können entscheiden, wie wir es für richtig halten. Wir haben einige Projekte mit der WHO, mit der Europäischen Kommission. All diese Projekte sind uns natürlich möglich, weil wir auch nicht nur den finanziellen Fokus abseits des Patienten natürlich haben müssen, sondern wirklich auch sagen können, wir möchten auch der Gesellschaft was zurückgeben. Wir sind jetzt gerade dabei, Professor Wall mit für Patienten zuzulassen, also dass der einzelne Patient auch es nutzen darf. Und auch da haben wir jetzt eine große Kooperation dahinter, die dann folgt mit der WHU. Und darauf sind wir natürlich besonders stolz, weil man ja auch als Anwalt mal was produziert, was eben auch kommuniziert werden kann. Und so kann ich meinen beiden Söhnen sagen, schau mal, ich produziere nicht nur Slides, sondern wirklich was Greifbares für die Menschen.

SPEAKER_01

Ja, ja, ja. Deswegen bin ich auch, ich komme ja aus der Immobilienwelt, war dann Nachhaltigkeit, jetzt mache ich Gesundheit und fühle mich in der Branche sehr wohl, weil ich merke, einfach die Gespräche, ich lerne so viel und die Firmen wie auch ihr, man tut wirklich was Gutes. Man hilft Menschen. Ich hatte aus Österreich, die jetzt KI gegen Krebs einsetzen, Forschung. Ich hatte wirklich viele schon jetzt in ihrem Bereich auch mentale Gesundheit, chronische Krankheiten. Es ist wirklich sozusagen, man hilft den Menschen eben. Und auch in dem Klinikalltag sind ja die Ärzte, die Pflegerin ja überfordert und kann KI oder solche Systemen wie ihr wirklich auch unterstützen und auch den demografischen Wandel, dass immer mehr Menschen jetzt älter werden. Also die Ärzte kriegen nicht weniger zu tun, sondern die kriegen mehr zu tun, weil jetzt die Babyboomer quasi älter werden und langsam in Rente gehen und auch kränklicher werden. Und da werden die Krankenhäuser auch ganz andere Patiententypen haben, die sie pflegen müssen eben und die sie auch behandeln müssen eben. Und da kann halt KI wirklich sozusagen auch unterstützen.

SPEAKER_00

Ja, und ich denke, als Anwältin habe ich ja natürlich engen Austausch mit den Großkanzleien. Da wird überall jetzt gefordert, dass die Rechnungen abrechnenbar sind, müssen sie KI nutzen. Also die Unternehmen sagen, ich rechne, lasse die Rechnung so nicht bestehen, weil es könnte eine Zeitersparnis sonst eben erfolgen. Und wenn hier jetzt schon die Forderung danach geht, KI zu nutzen, muss sie, wenn die Therapie und die Diagnoseentscheidung besser wird, der Patient davon profitiert, die Forderung ja erst recht bestehen. Wenn es Tools gibt, die diese Therapie- und Diagnoseentscheidung besser machen, die vielleicht den Bias den Bestehenden beseitigen, dann ist die Forderung, meiner Meinung nach, müsste umso lauter kommen.

SPEAKER_01

Ja, was ganz spannend ist, ich hatte vor ein paar Tagen einen Podcast mit den Gründern von Lee Haze. Die haben ja eine KI für chronische Krankheiten und die starten ja erstmal in Brasilien, weil dort sozusagen das System anders ist. Und in Brasilien ist wohl so, dass sozusagen Ärzte, die jetzt keine KI benutzen im nächsten Jahr oder im nächsten einen Jahr, können sie die Lizenz verlieren. Die gehen wirklich sozusagen ganz extrem weg. Wie gesagt, liebe Ärzte, Ärztinnen, wenn ihr nicht KI jetzt einsetzt, habt ihr das Problem, ihr könnt eure Lizenz verlieren. Die sind wirklich einen Schritt weiter und auch die Krankenkassen in Brasilien, wie ich verstanden habe, es gibt nur eine große, ja, und sind alle gesetzlich versichert. Und hier in Deutschland sind ja auch die Krankenkassen-Systeme ja auch so anders eben.

SPEAKER_00

Ja. Ja, was wir auch gesehen haben, wir haben ja neben Professor Wallmet auch die WallMet Academy gegründet.

SPEAKER_01

Okay.

SPEAKER_00

Und bieten jedem Wallmet, Professor Wallmett-Nutzer, auch die KI-Kompetenz an. Also die Artikel 4, European AI Act, ist ja ohnehin ab diesem Jahr erforderlich. Und wir haben gesehen, dass einmal erfüllt man damit die Voraussetzungen, wir bieten den Ärzten die CME-Punkte an. Das ist natürlich für die Ärzte auch attraktiv. Und wir steigen auch extrem die Adoption, also die Annahme eines Tools wie Professor Wallmitt, wenn die Erklärbarkeit gegeben ist. Also der Arzt versteht, warum kann er sich darauf verlassen, wie es ist vielleicht zu vergleichen mit einem KI-Tool in der Radiologie, wo wir ja schon viel länger mit KI-Tools arbeiten. Und das hat uns eben extrem geholfen, diese Education, durch diese Education, den Trust, das Vertrauen wirklich der Ärzte und das medizinische Fachpersonal zu erreichen.

SPEAKER_01

Nee, das ist sehr wichtig, wirklich sozusagen so eine Academy mit dranzupacken, um wirklich die Leute erstmal die Ärzte, die Pflegerinnen, die Klinikmitarbeiter wirklich in KI zu schulen. Die sind sehr weit weg vom Thema eben. Im Studium war KI, ich habe BWL studiert, da hatten wir schon damals KI, ja, lange her, ich bin nicht mehr der Jüngste. Aber jetzt sozusagen die Medizinstudien, ich rede auch viele mit Universitäten, auch mit der Charité, in der Ausbildung kommt das noch nicht vor eben.

SPEAKER_00

Das ist die juristische Ausbildung auf Staatsexamen ausgelegt, bis das reformiert ist, da vergeht einiges an Zeit. Deshalb sind wir jetzt auch dabei, die Aufklärung zu machen, nicht nur bei den Ärzten, wir sind jetzt auch gerade dabei, Polymedikationsanalysen und auch das ist ja im Hinblick auf die immer weiter alternde Gesellschaft relevant. Immer mehr Menschen haben mehr als drei, vier Medikationen. Und auch hier sehen wir bei den Apothekern natürlich in manchen Bereichen eine Affinität auch zur KI, die nutzen, aber dennoch, auch hier ist diese Aufklärung und dieses Vertrauensbildende extrem wichtig, um wirklich auch in die Apotheken reinzukommen.

SPEAKER_01

Ja, ist ja sehr spannend, das neue Gesetz, dass die Apotheken auch Telemedizin abrechnen können. Ich glaube, mit 30 Euro ist ja schon mal ein Schritt. Ich habe auch mit meiner Apothekerin gesprochen. Sie meinte, sie beschäftigt sich jetzt erst jetzt damit, weil sie kann es ja abrechnen, aber sie hat ein Problem, sozusagen, sie hat keine Leute, die mit KI umgehen können eben. Und da muss auch nochmal, das können entweder die Krankenkassen auch anbieten in Partnerschaft oder die Verbände, die müssen wirklich in der Breite auch schulen eben. Um wirklich zu sagen, nicht nur einzelne Person, sondern wirklich so eine Art eben Massenschulung durchführen, sozusagen, wo man wirklich auch sagt, ihr seid wie in Brasilien gezwungen. Oder durch den EU-Act sozusagen, der ist aber schwammig eben, aber wirklich für den Gesundheitsmarkt müsste er verpflichtender sein, weil da geht es wirklich um Menschenleben. Da kann man keine KI nutzen, die halluziniert, sondern da muss man Vertrauen tust und auch wissen, wie man damit umgeht.

SPEAKER_00

Ja, und genau deshalb sind wir jetzt auch dabei, in Podcasts wie diesem auch die Awareness zu schaffen, dass es eben eine Alternative gibt zu der Schatten-KI, die, wie du gerade sagst, halluzinieren kann, die ein erhebliches Haftungsrisiko hat. Und wir sehen immer mehr Fälle, auch wo die KI wirkliche Fehler gemacht hat, die dann Folgen hatten. Und wenn es Tools gibt, die eben genauso etwas verhindern sollte, auf diese auch zurückgegriffen werden.

SPEAKER_01

Das ist ja, ich meine, wenn du Juristin bist, da ist ja auch die Schatten-KI bei Leuten, die sich selber vertreten vor Gericht und mit OpenAI ankommen mit falschen Paragrafen und deswegen gibt es alle Goran Harbor, die ja auf richtigen Datenbanken geschult sind und nicht OpenAI, die sagt, Paragraf sagt, du bist unschuldig und die vertreten sie selber vor Gericht und dann sagt die Richterin, die Paragrafen gibt es gar nicht.

SPEAKER_00

Genau, genau. Und ich glaube, bis es so etwas, also es muss eben die großen Haftungsfälle wie immer geben, damit sich das radikal ändert. Aber wir sehen jetzt auch dadurch, dass sich Open Evidence schon zurückgezogen hat, dass eben das Verständnis ein anderes ist. In Europa ist es nicht möglich, die Verschreibungsdaten des Arztes zu tracken. Wir haben eben hier Verbote, dass die Pharmaindustrie die Einzelärzte anspricht und Empfehlungen ausspricht und so ähnliches. Und da muss ich sagen, analog, wie du sagst, Ligora Harvey, die eben auch ihre Datenbank haben, das ist eben ein erheblicher Unterschied. Und auch wenn wir nicht Drew Law haben, haben wir den D-Man Nova Award gewonnen und hoffen eben so an Bekanntheit noch eben mehr zu gewinnen.

SPEAKER_01

Ja, ist lustig, auch hier die Serie, wie heißt nochmal die Serie, wo die alle herkommen.

SPEAKER_00

Mit dem Protagonisten Harvey. Da sind wir natürlich als Startup doch eingeschränkter mit den Key Visuals. Aber als der Heinz Windl und ich müssen eben dann mit unseren Gesichtern herhalten.

SPEAKER_01

Genau, sehr schon. Hollywood-Stars sind ja gerade in. Ich glaube auch Revolut macht jetzt mit Brad Pitt eine Kampagne oder ein anderes Fintech. Also die Hollywood-Leute kommen langsam auch nach Europa, nach Deutschland und zeigen sich quasi für viele Millionen sozusagen in die Kamera und werben für Startups. Ist auch ganz spannend. Ich meine, bei uns in Deutschland sind viele Fußballer investiert in Startups, ja, noch nicht in Gesundheitsbereich, teilweise schon. Da kenne ich einige Fußballspieler, Ex-Fußballspieler oder auch noch aktuelle, also langsam sehen auch die Promis die Möglichkeit, sozusagen, neben VCs auch als Business Angels nach ihrer Karriere, wo sie Geld gemacht haben, in solche Themen anstecken. Und da sollten sie in Gesundheit investieren, weil die haben ja Leben lang sozusagen als Sportler ja auch Fitness auf Gesundheit ja geachtet. Ich meine, die sind ja wirklich sozusagen geschult für das Thema. Die mussten ja, wenn sie Profi-Fußballer waren, immer funktionieren. Ja, und da war eben der Arzt in der Fußballmannschaft, ist ja leider gestern Freiburg verloren, sozusagen, für die Champions League, ein anderes Thema. Für die Freiburger Fans, weil du hast ja auch Freiburg angesprochen, sozusagen, ja. Und das ist ganz spannend. Nee, Vera, letzte Frage. Wo steht die in drei Jahren?

SPEAKER_00

Ich glaube, in drei Jahren sind wir und Clinical Decision Support Systeme wie unseres in jeden klinischen Workflow integriert. Es wird, glaube ich, keine Klinik oder keine niedergelassene Praxis mehr geben, die auf solche Tools eben verzichten kann, um eben aktuell leitliniengerecht behandeln zu können. Und auch außerhalb Europas. Wir starten aber zu deinem Vergleich bewusst in Europa und in Deutschland und wollten nicht nach Brasilien, Middle East gehen, weil wir beweisen wollen, dass KI reguliert auch aus Deutschland kommen kann und erfolgreich sein wird.

SPEAKER_01

Ja, sehr wichtig. Ich wünsche euch wirklich sehr viel Glück. Wir werden euch beobachten und wir können es ja nochmal nächstes Jahr sprechen und gucken, wo ihr dann steht. Bin ich selber gespannt. Ich beobachte immer gern die Startups und die Unternehmen, die ich im Podcast habe oder im Artikel, so eine Art Zeitreihenverfolgung. Was wird aus den Startups und was wird aus der gesamten digitalen Gesundheitsbranche? Und da entwickelt es sehr viel und ich bin wirklich gespannt, wo wir in 2030 stahen. Und mein KI ist ja gigantisch, was da für so investiert wird, ja. Und irgendwann wird die Blase platzen, aber so sein KI is gekommen, um zu bleiben. Und ich glaube, was ich gehört habe, ihr auch.

SPEAKER_00

Ja, definitiv. Vielen Dank, Thomas.

SPEAKER_01

Vielen Dank, Vera. Tschüss.

SPEAKER_00

Tschüss.